$Page Kompensation des Treiberfehlers $TargetName Driver Error Compensation In diesem Kurs werden wir Live so konfigurieren, dass es Latenzen, die bei der Aufnahme von externen Quellen entstehen, automatisch kompensiert. Der Ausdruck *Latenz* bezeichnet die unvermeidlichen Verzögerungen, die jedes Audio-Signal auf seinem Weg aus dem Rechner heraus oder in diesen hinein erfährt. -> Sollten Sie den Kurs $Link Einrichten der Audio-Ein/Ausgabe , der Ihnen bei der Optimierung von Lives Audio Ein- und Ausgabe hilft, noch nicht durchgearbeitet haben, tun Sie es bitte jetzt - *vor* dem Beginn dieses Kurses. -> Außerdem benötigen Sie ein *Audio-Kabel,* um den Ausgang Ihrer Audio-Hardware mit einem ihrer Eingänge zu verbinden. Dabei ist es unerheblich, ob es sich um eine analoge oder eine digitale Verbindung handelt - solange es eine "echte" *Hardware-Verbindung* ist. Divider.tif *Dieser Kurs wird von einem Live-Set begleitet, mit dem Sie im Verlauf dieses Kurses interagieren können. Klicken Sie $Link hier , um dieses Live-Set zu laden.* Divider.tif Die Kompensation des Treiberfehlers ist nur für ein *Direct-Monitoring-Szenario* relevant, in dem der Musiker sein eigenes Signal durch den Rechner abhört. Nicht zu verwechseln mit der *Plugin-Delay-Kompensation (PDC),* bezieht sich die Treiberfehler-Kompensation auf Verzögerungen, die durch das Audio-Interface und dessen Treiber hervorgerufen werden. PDC hingegen wirkt sich auf Verzögerungen durch solche Devices und Plugins aus, die zeitlich vorausblicken müssen, etwa dynamische Effekte oder Faltungshall. Erklärt wird dies im Abschnitt "Latenzkompensation", im Referenzhandbuch unter "Das Arbeiten mit Instrumenten und Effekten". Bitte klicken Sie unten auf *Nächste Seite,* um fortzufahren. $Comment ----------------------------------------------------------------------- $Page Allgemeine Vorbereitung $TargetName Preparations Das Live-Set beinhaltet zwei Spuren. Die erste Spur - *1 Audio* - enthält einen einzelnen Schlagzeugklang, der direkt am Anfang des Sets liegt. Die nächste Spur - *2 Audio* - ist leer. Wir werden sie nutzen, um das Ausgangssignal von Live über eine externe Verbindung wieder aufzunehmen: AdjustingLatencyLiveSet.png Bitte stellen Sie sicher, dass *Song folgen* im Transportbereich ausgeschaltet ist; das Scrollen der Anzeige wird nicht benötigt: FollowOff.png Verbinden Sie mit einem geeigneten Audiokabel den Ausgang 1 Ihrer Audio-Hardware direkt mit dem Eingang 1 der Hardware. Es ist unerheblich, ob Sie eine analoge oder digitale Verbindung verwenden, es ist aber wichtig, dass Sie eine "echte" Hardware-Verbindung herstellen. Drücken Sie die *Leertaste* Ihres Rechners, um die Wiedergabe des Arrangements zu starten. Die Pegel-Anzeigen von *1 Audio* werden sich kurz bewegen, wenn der Schlagzeug-Klang vom Anfang der Spur wiedergegeben wird. Drücken Sie erneut die Leertaste, um die Wiedergabe anzuhalten. Spielen Sie das Arrangement erneut ab (Leertaste) und beobachten Sie die Pegel-Anzeige von *2 Audio:* Wenn die externe Verbindung funktioniert, sollten Sie hier auch ein Signal sehen (obwohl die Pegelanzeige grau eingefärbt ist). Wenn das Signal zu stark oder zu schwach ist, können Sie in der Master-Spur die *Master-Lautstärke* solange nachjustieren, bis der Pegel ungefähr dem der Spur *1 Audio* entspricht. TrackTwoMeterAndMasterVolume.png Vergessen Sie bitte nicht, erneut die Leertaste zu drücken, um die Wiedergabe anzuhalten. Vor der Aufnahme müssen wir noch eine weitere Vorbereitung machen: stellen Sie sicher, dass die Option "Fades an Clipgrenzen erzeugen" in den $Link Record/Warp/Launch-Voreinstellungen auf *Aus* steht: FadePref.png $Comment ----------------------------------------------------------------------- $Page Aufnehmen $TargetName Re-Recording Wir sind jetzt bereit, den Ausgang von *1 Audio* auf die Spur *2 Audio* aufzunehmen. Klicken Sie in der Transportsteuerung auf die *Arrangement-Aufnahme-Taste*: RecordButton.png Sofern in Lives Voreinstellungen unter Record/Warp/Launch die Option "Aufnahme startet Wiedergabe" aktiviert ist, beginnt die Aufzeichnung sofort. Ansonsten lässt sich die Aufzeichnung auch manuell mit der Leertaste starten und später wieder beenden. Die Aufzeichnung wird als neuer Clip in *2 Audio* erzeugt: NewClipInTrackTwo.png Doppelklicken Sie die Titelzeile des neuen Clips, um seinen Inhalt in der *Clip-Ansicht* zu sehen. Sie sollten jetzt den gerade von *1 Audio* aufgenommenen Schlagzeugklang in der *Sample-Anzeige* erkennen: NewClipInClipView.png Schalten Sie bitte den *Warp-Schalter* des neuen Clips aus. Das erlaubt es uns, den Clip in Millisekunden anstatt in Schlägen und Takten zu verschieben. WarpSwitchOff.png Wenn Sie sich die Wellenform des Clips nun genau anschauen - wenn nötig, zoomen Sie etwas hinein - werden Sie sehen, dass der Klang etwas nach dem Start des Samples anfängt (Wenn dies nicht der Fall ist, haben Sie Glück - es gibt dann nichts mehr zu tun! Wir schlagen allerdings vor, dass Sie diesem Kurs trotzdem bis zum Ende folgen): KickHitLate.png Idealerweise sollten wir hier keinerlei Verzögerung sehen, da wir das Arrangement ja am Anfang gestartet haben - direkt dort, wo auch der Schlagzeugklang in *1 Audio* sitzt. In der realen Welt gibt es jedoch immer eine kleine Verzögerung, wenn Signale aus dem Rechner heraus oder in ihn hinein laufen. (Sollten der Pegel der Ausgangsdatei nicht exakt dem der Neuaufnahme entsprechen, können Sie beim neuen Clip die *Clip-Lautstärke* ändern, um die Wellenform besser sehen zu können.) ClipGain.png $Comment ----------------------------------------------------------------------- $Page Einstellung von Werten $TargetName Adjusting Values Wir werden nun den *Start-Marker* des Clips so verschieben, dass der Clip genau am gleichen Punkt startet wie sein Inhalt. Klicken Sie bitte in das rechte *Start-Feld* (welches gerade in Millisekunden skaliert ist) und drücken Sie dann mehrmals die Taste *Pfeil nach oben,* um den Wert mit einer Schrittweite von jeweils einer Millisekunde zu erhöhen: StartMarkerField.png Während Sie dies tun, bewegt sich der Start-Marker des Clips nach rechts und die Wellenform-Anzeige von *2 Audio* scrollt nach links. An einem bestimmten Punkt wird sich die Wellenformanzeige des Original-Samples in *1 Audio* und die der aufgenommenen Kopie in *2 Audio* angleichen: BothClipsAlign.png Sollten Sie die Wellenformen nicht perfekt angleichen können, lässt sich der Startpunkt auch feiner in Sub-Millisekunden-Schritten durch Halten von $CommandMod und Ziehen des *Start-Markers* einstellen: Submillisecond.png Sobald die Wellenformen übereinstimmen, notieren Sie bitte den Wert im Start-Feld. (Sollten Sie den Start-Marker im Sub-Millisekundenbereich eingestellt haben, beachten Sie bitte, dass dieser Wert *nicht* exakt im Start-Feld des Clips angezeigt wird - Sie müssen sich den Versatz zwischen zwei Millisekunden-Werten ungefähr merken.) Öffnen Sie dann $Link Lives Audio-Voreinstellungen . Geben Sie jetzt den notierten Wert in das Feld *Treiberfehler-Kompensation* ein. Sie können den Versatz im Sub-Millisekundenbereich auch näherungsweise einstellen: ErrorCompensation.png Wir haben nun festgestellt, um wieviel Millisekunden der Treiber des Audio-Interfaces hinterher ist und Live über diese Abweichung informiert, so dass das Programm diese Verzögerung bei der Aufnahme von jetzt an automatisch kompensieren kann. $Comment ----------------------------------------------------------------------- $Page Überprüfen der globalen Latenz $TargetName Verifying the Overall Latency Überprüfen wir nun unsere Arbeit. Selektieren Sie den Clip auf *2 Audio* mit einem Klick in seine Titelzeile und drücken Sie dann die *Löschtaste* auf Ihrer Rechnertastatur, um den Clip zu löschen. Machen wir einen Probelauf: Aktivieren Sie wieder den Schalter für die Arrangement-Aufnahme (und drücken Sie falls nötig die Leertaste zur manuellen Aufnahme). Stoppen Sie die Aufnahme kurz darauf. Sie sehen nun: Die Wellenform des neuen Clips stimmt mit dem Original überein, ohne manuelles Nachbessern. TheProof.png Von jetzt an kümmert sich Live um die Latenzen und solange Sie Ihre Audio-Hardware nicht ändern, haben Sie damit nichts mehr zu tun. Im Folgenden kommt noch einiges an Theorie, die Sie gerne überspringen dürfen. $Comment ----------------------------------------------------------------------- $Page Latenz - etwas Theorie $TargetName Latency - Some Theory *Was genau macht die Treiberfehler-Kompensation und wozu wird Sie benötigt?* Nehmen wir an, Sie nehmen in Live einen Schlagzeuger auf. Dieser spielt zu Lives Metronom oder zu Musik aus dem Live-Set. Das Monitoring ist bei den Spuren deaktiviert, auf die aufgenommen wird. Das Signal, das Live vom Schlagzeuger erhält, ist in Bezug auf Lives eigene Zeitbasis durch die Latenz der Audio-Hardware verzögert: um die Zeit, die das Metronom-Signal oder die Musik benötigt, um von Live zu den Lautsprechern (und damit den Ohren des Schlagzeugers) zu gelangen sowie um die Zeit, die das Drum-Signal von den Mikrofonen braucht, um Live zu erreichen. Live kompensiert diese Latenzen, indem es das aufgenommene Signal auf der Zeitachse nach vorne schiebt. Um das tun zu können, benötigt es präzise Informationen über die aktuellen Eingangs- und Ausganslatenzen des Audio-Systems. Der Latenzwert, der vom Audio-Hardware-Treiber an die Software gemeldet wird, ist jedoch nicht immer ganz exakt. Die Treiberfehler-Kompensation dient dazu, Live über solche Abweichungen von den gemeldeten Werten zu informieren. *Warum ist das alles nur relevant, wenn das Monitoring aus ist?* Nehmen wir an, das Monitoring ist aktiv und der Schlagzeuger trägt geschlossene Kopfhörer, durch die er sowohl Lives Metronom als auch sein eigenes Spiel hört. Es herrschen die gleiche Latenzen, und der Schlagzeuger wird sein Spiel deswegen etwas zu spät über die Kopfhörer hören. Wenn die Latenzen klein genug sind (ein paar Millisekunden), wird der Schlagzeuger die Latenz kompensieren, indem er etwas früher auf die Trommeln haut. Die aufgenommenen Samples stimmen dadurch wieder mit Lives Zeitbasis überein. $Comment Status: Translate